Anna Sjödahl
  • Event date 11.06.2021
  • Event time 13:00-16:00

Das ungemachte Bett
-Anna Sjödahl und die feministische Kunst der 1970er Jahre revisited

Nur wenige schwedische Künstler haben den alltäglichen Kampf einer Mutter und Künstlerin in einer patriarchalischen Gesellschaft so dargestellt wie Anna Sjödahl. In den ikonischen Gemälden wie „Frühling in Hallonbergen“ und „Barbros Träume“ fasst die Künstlerin die politische Debatte der 1970er Jahre um den Kampf für Gleichberechtigung und eine Kritik an der Konstruktion der Gesellschaft als industrielles und unmenschliches Projekt zusammen. In Anna Sjödahls Kunst werden Objekte und Innenräume zu Repräsentanten von Strukturgebern und Konventionen. Sjödahls feministische Perspektive schimmert in ihren Bildern von Kinderwelten, einer Kritik an der Klassengesellschaft und der Vernachlässigung von Umweltfragen durch. Die Ausstellung All denna jävla lycka – Anna Sjödahl zeigt ein vielschichtiges und komplexes künstlerisches Werk, das sich über drei Jahrzehnte erstreckt und philosophische Gedanken sowie eher klassische Landschaftsbilder beinhaltet. Ein wiederkehrendes Thema sind Alltagsgegenstände und Rituale, die untersucht und entschlüsselt werden. Das ungemachte Bett kann als Einladung in einen geheimen Raum oder als Aufwerfen einer Frage betrachtet werden. Wo verlaufen die Grenzen zwischen dem Persönlichen, dem Privaten und dem Kollektiven?
Das Seminar stellt das Werk von Anna Sjödahl in einen internationalen Kontext mit Bezügen zu Judy Chicagos The Dinner Party (1974-79) oder Mary Kellys Post Partum Documents (1973-79), oder Monica Sjöö’s Gemälde God Giving Birth (1969). Die erste Welle des Feminismus der 1970er Jahre ist oft für eine essentialistische Sichtweise kritisiert worden, der es an intersektionalen Perspektiven mangelt. Gleichzeitig sollen Verbindungen zwischen Anna Sjödahls Blick auf das Persönliche und Alltägliche und der Anerkennung der Gegensätze zwischen Alltag und Kunst hergestellt werden. Im Dialog mit zeitgenössischer Kunst sollen in diesem Seminar Parallelen zwischen der ersten und der dritten Welle des Feminismus sowie zeitgenössischen LGBT+ Perspektiven gezogen werden.

Überblick:
13.00 Begrüßung Åsa Thörnlund, Kurator Daniel Werkmäster, Museumsdirektorin Rebecka Wigh Abrahamsson, Kuratorin Uppsala Kunstmuseum.
13.15 Vortrag: Anna Sjödahl und der internationale Feminismus der 1970er Jahre, Katarina Wadstein MacLeod, Professorin für Kunstgeschichte am Södertörn College.
14.15 Uhr Auf Gemeinsamkeiten – Feministische ikonische Kunstpraktiken und ihr Erbe heute. Alba Folgado und Carlota Mir, freie Kuratorinnen und Organisatorinnen des Programms „My friend is here“ vom 9. bis 13. Juni in Zusammenarbeit mit der Konsthall C. Moderiertes Gespräch mit Rebecka Wigh Abrahamsson
15.00-15.30 Gespräch: Das Vermächtnis von Anna Sjödahls ikonischer Ausstellung Var Dags Liv 1973 und warum ihre Kunst auch heute noch relevant ist – Åsa Norman, Künstlerin und Helena Scragg, Kuratorin Norrköping Kunstmuseum
15.30-16.00 Sekundäres Archiv, über feministische Kunstgeschichtsschreibung im östlichen Europa Honorata Martin, Künstlerin und Bogna Stefańska, Kuratorin Museum für Moderne Kunst i Warszawa.

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